Ein Rheinländer kehrt zurück
Unter dem Titel "Hans von Aachen - Hofkünstler in Europa" widmet das Aachener Suermondt-Ludwig-Museum dem berühmten Renaissance-Maler eine aufwändige und prestigeträchtige Ausstellung. Wer aber war dieser Meistermaler Hans von Aachen? Geboren wurde er 1552 als Sohn eines Aachener Kaufmanns in Köln. Somit erklärt sich hier auch seine Namensgebung. Von Aachen fiel schon früh durch sein zeichnerisches Talent auf und begann seine Ausbildung in Köln - so wird vermutet - bei einem unbekannten flämischen Maler. Nicht lange nach Beendigung seiner Lehrzeit reist von Aachen nach Italien. In den italienischen Metropolen Venedig, Rom und Florenz ließ er sich weiter ausbilden. Er verfeinerte seine Maltechnik durch die Kombination seines erlernten flämischen Stils mit dem extravaganten italienischen Stil. Bemerkenswert und bestimmt entscheidend für seine spätere Laufbahn als Hofmaler war aber der Umstand, dass er bereits in Florenz für die Medici den Großherzog porträtieren durfte. Nach seinem Aufenthalt in Italien zog es von Aachen wieder zurück nach Deutschland. In Bayern malte er für den bayerischen Herzog Wilhelm V. in München und die Fugger in Augsburg. Seine außerordentliche Kunstfertigkeit wurde schnell in Europa bekannt. So kam es, dass er um 1600 durch Rudolf II., dem Kaiser des Römischen Reiches, an dessen Hof berufen wurde. Hier wurde er geadelt und auch zum Kammermaler des Kaisers ernannt. Nach dem Tode Hans von Aachens im März 1615 sind heute noch 250 seiner lebendigen Kunstwerke, verteilt in 13 europäischen Ländern und den USA, vorhanden. Dass diese Werkschau nun im Suermondt-Ludwig-Museum einem breiten Publikum gezeigt werden kann, ist dem Direktor des Museums, Peter van den Brink (im Foto 10) und dem "Macher" der Ausstellung, Thomas Fusenig (im Foto 6), zu verdanken. Vom 11. März bis 13. Juni zeigt das Aachener Museum insgesamt 88 Exponate. Das sind 43 Gemälde, 24 Zeichnungen und 21 Stiche. Zu sehen sind beeindruckende Altargemälde, religiöse, mythologische und allegorische Gemälde, elegante Porträts, Selbstbildnisse und Bilder mit Alltagsmotiven. Nach Ende der Ausstellung in Aachen gehen die Werke von Aachens dann nach Prag (Burggalerie, 1.7.-3.10.) und nach Wien im Kunsthistorischen Museum (19.10.-9.1.11). Schirmherren dieses trinationalen Gemeinschaftsprojekts sind der deutsche Bundespräsident Horst Köhler, der Präsident der tschechischen Republik Václav Klaus und der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer. Im Foto 13 sind links Dr. Eliska Fucikova (Kuratorin der Hans-von-Aachen-Ausstellung in der Prager Burggalerie) und rechts Magda Machkova (Kuratorin der Prager Burggalerie) zu sehen. Im Foto 23 ist außerdem Herr Beranek, stv. Direktor der Prager Burggalerie zu sehen (3. v.li.). Für weitere Informationen gibt es Auskunft im Suermondt-Ludwig-Museum unter Telefon 0241/432-4999 und auf der Website www.hans-von-aachen.com (hr / 09.03.10 - 22:00)
